Seit einem halben Jahrhundert Außer Atem

1960 erschien ein revolutionärer Film, den Jean-Luc Godard auf der Grundlage einer Geschichte seines zeitweiligen Weggefährten François Truffaut, zu der dieser wiederum durch einen Zeitungsbericht inspiriert wurde. „À Bout de Souffle“ gilt heute als Meisterwerk der Nouvelle Vague und Meilenstein des Kinos.

Der damals dreißigjährige Godard begründete mit „Außer Atem“, der gerade in diesem Jahr auf Blu-Ray erschienen ist, nicht nur seinen eigenen Ruhm, sondern schuf einen der legendärsten Filme der Nouvelle Vague und verhalf seinem Hauptdarsteller, dem bis dato unbekannten Jean Paul Belmondo zu seinem großen Durchbruch. Da der Film, der die Geschichte von einem Kleinkriminellen, der auf der Flucht vor den Behörden ist, da er einen Polizisten erschossen hat , und einer amerikanischen Studentin (gespielt von Jean Seberg) in Paris erzählt, zunächst auf zwei volle Stunden angelegt war, aber aus finanziellen Gründen um eine halbe Stunde gekürzt werden musste, stand der Regisseur mit dem Rücken zur Wand und machte das einzig Richtige: aus der Not eine Tugend. Er war gezwunden, die Handlung zu raffen, was er durch die Anwendungen innovativer Dreh- und Schnittechniken tatsächlich plausibel schaffte. So gilt der Jump Cut als eine Erfindung Godards, die aus den Dreh-, bzw. Schnittarbeiten zu diesem Film hervorgeht. Diese Art, zu schneiden, wird auch heute noch verwendet; ein prominentes Beispiel hierfür ist „Herr der Ringe“. Eine der großen atmosphärischen Stärken des Films war es, dass er nicht im Studio gedreht wurde, sondern dort, wo sich die Handlung abspielte das heißt, vor Ort. Auch ein großer Teil der Dialoge wurde erst vor Ort geschrieben.

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